FBF I und II - Defektgenkartierung beim Schwein



FBF I   

Das wissenschaftliche Ziel dieses 1999 begonnen Projektes war es, geeignete Strategien zu entwickeln, um die genetische Determination der wirtschaftlich wichtigsten Anomalien insbesondere im Hinblick auf die Bedeutung und den Einfluß einzelner Genorte aufzuklären und die verantwortlichen Genorte spezifischen Chromosomenregionen zuzuordnen.
Anhand homologer Chromosomkarten, vor allem der des Menschen, sollen in einem weiteren Schritt Kandidatengene identifiziert werden, in denen nach kausalen Mutationen gesucht werden kann.
Im Mittelpunkt des Forschungs- und Entwicklungsvorhabens stehen vier defektspezifische Kartierungsprojekte: Untersuchungen zum Defektkomplex Gesäugeanomalien, Hoden- und Leistenbrüche, Grätscher/Spreizer und Afterlosigkeit. Um diese effizient durchzuführen zu können, war es sinnvoll, einen Teil der notwendigen Infrastruktur in gesonderten Teilprojekten zu entwickeln und zentral bereitzustellen. Dies umfaßt die Auswahl, Primersynthese und Bereitstellung eines gemeinsamen Markersets und die Erstellung einer Datenbank für Typisierungsergebnisse. Diese Entwicklungen sind essentielle Vorarbeiten für die nachfolgenden Kartierungsprojekte.
Das Projekt wurde am 30.09.2001 beendet. Alle im Rahmen des Projektes gemachten Entwicklungen sind für die molekulare Analytik von großer Bedeutung.

FBF II

In dem am 31. August 2006 abgeschlossenen Verbundprojekt wurden die in FBF I begonnenen Forschungsarbeiten weitergeführt. Die bisherigen Erkenntnisse über die Erbdefekte Afterlosigkeit, Hernien, Spreizer und Gesäugemängel wurden zunächst zum Patent angemeldet. Wegen der Weiterentwicklungen in der Forschung wurden diese Patentanmeldungen allerdings wieder zurückgenommen.

Das Ziel des Forschungsvorhabens bestand darin, die in einem vorangegangenen Forschungsprojekt gefundene genetische Lokalisierung von vier Erbfehlern zu bestätigen und einzuengen. Es handelte sich um die Defekte: Afterlosigkeit (Atresia ani), Brüche (Hernien), Gesäugeanomalien (Stülpzitzen) und Spreizer (Splayleg syndrom). Der Arbeitsplan reichte von der Gewinnung zusätzlicher Proben bis zur Feinkartierung und weiter gehender Charakterisierung ausgewählter Chromosombereiche, je nach Stand der Forschung in vier am Projekt beteiligten Instituten.

Die wissenschaflichen Erkenntnisse dieser Forschungsarbeiten sind eine wichtige Voraussetzung für das FUGATO-Projektes "HeDiPig" und fließen unmittelbar dort ein.